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12. März 2010

top reloaded – Systemüberwachung für Profis

Quelle: http://www.documentroot.net/linux/top-reloaded-systemuberwachung-fuer-profis

Das Systemüberwachungstool top kennt vermutlich jeder: es zeigt Prozessorauslastung, Speichernutzung, Load average, aktive Prozesse, und so weiter. Leider ist die grafische Darstellung nicht sonderlich ästhetisch und viele Systemdetails lassen sich damit gar nicht aufdecken. Daher will ich hier nun vier praktische Command-Line-Tools vorstellen, die sich top als Vorbild genommen haben und dessen Funktionen erweitern bzw. ersetzen.

~ htop / Task-Manager ~

Das Programm htop ist im Prinzip eine grafisch aufbereitete Version von top:

htop Screenshot

Es zeigt Prozessor- und Speicherauslastung mit hübschen intuitiven Balkengrafiken an, kann Prozesse nach bestimmten Kriterien sortieren bzw. ein-/ausblenden, Signale an Prozesse senden, Prioritäten ändern und noch vieles mehr. Damit ist htop ein vollwertiger Task-Manager, der sehr einfach und flüssig über die Tastatur zu bedienen ist.

~ atop / Performance-Überwachung ~

Hinter atop verbirgt sich ein Tool, das sich zur Aufgabe gemacht hat, Systembremsen zu entlarven. Bestimmt hat jeder schon die Situation erlebt, dass das System quälend langsam war, aber kaum Prozessorauslastung zeigte. Ursache dafür kann z.B. Swapping oder hohe Festplattenaktivität sein. In atop wird jedem Faktor, der zur Systembremse werden kann, eine Zeile gewidmet, die bei hoher Auslastung rot hervorgehoben wird. So lässt sich schnell erkennen, wo es klemmt, wenn das System mal wieder sehr träge ist:

atop Screenshot

Als kleinen Bonus gibt das Programm auch eine top-ähnliche Auskunft über die aktiven Prozesse mit dem hübschen Feature, dass es nicht den absoluten Speicherverbrauch anzeigt, sondern, um wieviel sich der Speicherbedarf eines Programmes ändert. So wird man sehr schnell auf Prozesse aufmerksam, die unaufhörlich wachsen.

~ iotop / Festplatten-Monitoring ~

Ich hatte neulich das kleine aber nicht unerheblich nervtötende Problem, dass irgend ein Prozess im Sekundentakt auf meine Fesplatte geschrieben hat. In htop war natürlich nichts zu sehen, wie findet man den Übeltäter also heraus? Für solche Zwecke gibt es iotop. Es zeigt an, welcher Prozess wieviel auf der Platte liest bzw. schreibt:

atop Screenshot

Sehr praktisch sind dabei die Kommandozeilenparameter -a und -o, welche iotop veranlassen, nur Prozesse aufzulisten, die auch tatsächlich auf der Platte aktiv sind und über einen längeren Zeitraum die Aktivität akkumuliert. So lässt sich bestimmen, welcher Prozess trotz niedriger Datenraten permanente Plattenaktivität verursacht.

~ powertop / Überwachung der Energieffizienz ~

Nun zum letzten Tool: powertop hat es sich zum Ziel gesetzt, die Energieeffizienz des Rechners zu analysieren:

Es wird gemessen, wie lange bzw. wie oft sich der Prozessor in energiesparenden C-States (Erklärung) befindet. Powertop zählt auch, wie oft pro Sekunde der Prozessor aus solch einem energiesparenden Zustand zurück in den aktiven Zustand gerissen werden muss und gibt Auskünfte über die Gründe dafür, wie beispielsweise Interrupts, aktive Prozesse oder Kernel-Aktivität.
Zu guter Letzt gibt powertop noch einige sinnvolle Hinweise, um den Energieverbrauch zu senken – beispielsweise das Deaktivieren der USB-Ports durch autosuspend oder das Abschalten einer ungenutzen Bluetooth-Schnittstelle. Dabei bietet sich das Programm auch immer an, solche Aktionen per Shortcut selbst durchzuführen, sehr praktisch.

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